RustDesk mit Menü für Bildqualität, Remote-Cursor und Privatsphäre-Modus

RustDesk – kostenloses Remote-Desktop-Tool mit voller Kontrolle

RustDesk ist ein kostenloses open source-Programm für die Fernsteuerung von Computern und eine interessante Alternative zu TeamViewer und AnyDesk. Das Programm kann für Fernsupport, Homeoffice, Dateiübertragungen und den Zugriff auf den eigenen Computer genutzt werden, wenn du nicht davor sitzt.

Wir haben RustDesk auf einem Windows 11-Computer getestet und damit die Verbindung zu einem weiteren PC hergestellt. Die erste Verbindung war überraschend unkompliziert: RustDesk zeigt sofort eine ID und ein temporäres Passwort an, die auf dem zweiten Gerät eingegeben werden. Die Oberfläche ist nicht ganz so poliert wie bei den größten Konkurrenten, lässt sich aber schnell verstehen – auch wenn man einfach nur einem Familienmitglied bei einem PC-Problem helfen möchte.

Was ist RustDesk?

RustDesk ist Remote-Desktop-Software, auch Fernzugriff oder Fernsteuerung genannt. Das bedeutet, dass du den Desktop eines anderen Computers über das Internet sehen und bedienen kannst.

Das Programm zeichnet sich besonders dadurch aus, open source zu sein. Der Quellcode ist öffentlich zugänglich, und technisch versierte Nutzer können ihren eigenen RustDesk-Server einrichten. So bist du nicht gezwungen, Verbindungen über einen bestimmten kommerziellen Dienst zu leiten.

Für die normale private Nutzung kann RustDesk über die öffentlichen Server des Projekts verwendet werden. Ein Abonnement oder eine größere Servereinrichtung ist zum Start nicht erforderlich.

RustDesk-Download für Windows, Mac und Linux

RustDesk mit Menü für Bildqualität, Fernzeiger und Privatsphäremodus
In unserem RustDesk-Test haben wir unter anderem die Einstellungen für Bildqualität, Mauszeiger-Anzeige und Privatsphäremodus während einer aktiven Fernverbindung geprüft.

RustDesk ist für Windows, macOS, Linux, Android und iOS sowie als Web-Client verfügbar. Unter Windows lässt sich das Programm sowohl installieren als auch als temporäre, portable Ausgabe starten.

Das ist praktisch für spontane Fernunterstützung. Die hilfesuchende Person kann die Anwendung öffnen und die angezeigte ID sowie das Einmalpasswort mitteilen – ohne zuvor eine lange Installation durchlaufen zu müssen.

Auf dem Mac benötigt RustDesk unter anderem Zugriff auf Bildschirmaufnahme und Bedienungshilfen, bevor die vollständige Fernsteuerung funktioniert. Linux-Anwender können unter anderem zwischen DEB, RPM, Flatpak und AppImage wählen. Auf iPhone und iPad kann RustDesk zum Steuern anderer Geräte verwendet werden, das iOS-Gerät selbst lässt sich jedoch nicht fernsteuern.

Die jüngste stabile Version zum Zeitpunkt unserer Durchsicht war RustDesk 1.4.9. Das Update enthielt unter anderem Verbesserungen bei Dateiübertragung und Zwischenablage, Korrekturen für Wayland sowie eine bessere Erfassung von Verbindungen im Audit-Log.


Fernsteuerung ohne lästige Kontoerstellung

Für gewöhnliche Fernunterstützung musst du kein Konto anlegen. Auf dem zu steuernden Computer werden eine RustDesk-ID und ein Einmalpasswort angezeigt. Diese Angaben gibst du auf dem Computer ein, der die Verbindung herstellen soll.

Während der Verbindung kannst du unter anderem:

  • Steuerung von mus og tastatur (Maus und Tastatur)
  • Dateien zwischen Geräten übertragen
  • Zwischenablage synchronisieren
  • Zwischen mehreren Monitoren wählen
  • Bildqualität und Auflösung anpassen
  • Audio vom entfernten Computer senden
  • Eine Remotesitzung aufzeichnen
  • Computer neu starten und erneut verbinden

Die Dateiübertragung funktionierte in unserem Test gut, auch wenn das Fenster etwas technischer wirkt als der gewöhnliche Windows-Explorer. Dafür ist es angenehm, Dokumente nicht per E-Mail oder über einen externen Cloud-Dienst senden zu müssen.

Ist RustDesk sicher?

RustDesk verwendet Peer-to-Peer-Verbindungen mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf Basis von NaCl. Kann keine direkte Verbindung zwischen den Geräten hergestellt werden, läuft der Datenverkehr über einen Relay-Server.

Die Möglichkeit, einen eigenen Server zu nutzen, ist RustDesks größter Sicherheitsvorteil. Unternehmen und technische Anwender können die ID- und Relay-Infrastruktur selbst kontrollieren, statt sich ausschließlich auf einen externen Cloud-Dienst zu verlassen.

RustDesk ist dennoch ein Fernsteuerungsprogramm. Gibst du einer fremden Person ID und Passwort, kann sie den Rechner potenziell sehen und bedienen. Teile diese Informationen daher niemals mit einem unerwarteten „Microsoft-Mitarbeiter“, angeblichen Bankberater oder anderen Personen, die dich telefonisch kontaktieren.

Für dauerhaften, unbeaufsichtigten Zugriff solltest du ein langes, einzigartiges Passwort verwenden und die Berechtigungen auf die Funktionen beschränken, die du wirklich benötigst.

RustDesk mit eigenem Server

RustDesk Server OSS kann kostenlos beispielsweise auf einem VPS, einem lokalen Server oder bestimmten NAS-Geräten installiert werden. Der Server übernimmt Identifikation und Verbindungsaufbau, während ein Relay-Server den Verkehr überträgt, wenn eine direkte Verbindung nicht gelingt.

Diese Möglichkeit ist besonders interessant für:

  • IT-Abteilungen mit Anforderungen an Datenkontrolle
  • Unternehmen, die Fernsupport leisten
  • Nutzer mit mehreren eigenen Computern
  • Organisationen, die nicht an einen einzigen SaaS-Anbieter gebunden sein möchten
  • Techniker, die den Server näher bei den Nutzern platzieren wollen

Die Einrichtung erfordert allerdings Kenntnisse in Docker, Netzwerken, Ports und Serverbetrieb. Für ein einzelnes Familienmitglied mit Druckerproblemen ist der normale RustDesk-Client deutlich einfacher.

RustDesk Server Pro ergänzt unter anderem Web-Administration, Adressbuch, 2FA, Zugriffskontrolle, Audit-Log, OIDC und LDAP. Das ist vor allem für Unternehmen und größere Installationen relevant.

RustDesk im Vergleich zu Alternativen

ProgrammAm besten geeignet fürOpen SourceEigener ServerAnmerkung
RustDeskKostenlose Fernsteuerung und DatenkontrolleJaJaEtwas technischer
TeamViewerProfessioneller Support und UnternehmenNeinNicht in der StandardausgabePoliert, aber teuer für Unternehmen
AnyDeskSchnelle und einfache FernunterstützungNeinNur spezielle LösungenSehr einfache Benutzeroberfläche
Chrome Remote DesktopEinfacher privater FernzugriffNeinNeinWeniger avancerede funktioner (weniger erweiterte Funktionen)

RustDesk ist besonders sinnvoll, wenn Open Source und die Option zum Self-Hosting wichtig sind. TeamViewer und AnyDesk wirken etwas ausgereifter, während Chrome Remote Desktop für ganz grundlegenden Fernzugriff am einfachsten ist. RustDesk trifft einen guten Mittelweg.

Eine starke kostenlose Alternative zu TeamViewer

RustDesk macht Fernsteuerung zugänglich, ohne Nutzer sofort in ein Abo zu drängen. Die Standardverbindung erfordert nur wenige Angaben, Dateiübertragung ist integriert und die Windows-Version kann ohne permanente Installation genutzt werden.

Die größte Stärke ist die Freiheit, zwischen öffentlichen Servern und einer selbst gehosteten Lösung zu wählen. Im Gegenzug werden die erweiterten Optionen schnell technisch, und einzelne Menüs wirken noch nicht ganz fertig. Für Private, kleinere Unternehmen und IT-affine Anwender gehört RustDesk dennoch zu den interessantesten kostenlosen Remote-Desktop-Programmen derzeit.

Top 5 Tipps zu RustDesk

1. Einmalpasswörter für spontane Hilfe nutzen

Wenn du nur einmal unterstützen musst, ist das automatisch generierte Einmalpasswort sicherer, als einen dauerhaften Zugriff einzurichten.

2. Berechtigungen einschränken

Deaktiviere Dateiübertragung, Zwischenablage oder Tastatursteuerung, wenn die Gegenseite diese Funktionen nicht braucht.

3. Bildqualität bei langsamer Verbindung anpassen

Wechsle auf geringere Bildqualität oder Auflösung, wenn der Zeiger ruckelt – das bringt oft mehr als erwartet.

4. Unbeaufsichtigten Zugriff richtig absichern

Nutze ein langes, einzigartiges Passwort, wenn du deinen eigenen PC ohne lokale Bestätigung erreichen möchtest.

5. Bei regelmäßiger Nutzung eigenen Server erwägen

Ein selbst gehosteter RustDesk-Server gibt dir mehr Kontrolle über die Infrastruktur und lohnt sich für Unternehmen, IT-Supporter und fortgeschrittene Heimanwender.

Häufige Fragen zu RustDesk

Ist RustDesk kostenlos?

Ja. Der RustDesk-Client und der offene RustDesk Server OSS können kostenlos genutzt werden. Es gibt zudem kostenpflichtige Pro-Lösungen für Unternehmen.

Ist RustDesk sicher?

RustDesk nutzt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die Sicherheit hängt aber auch davon ab, dass du ID oder Passwort nicht mit unbekannten Personen teilst.

Lässt sich RustDesk ohne Installation nutzen?

Ja, die Windows-Version kann direkt als portable Anwendung gestartet werden. Für dauerhaften, unbeaufsichtigten Zugriff ist eine Installation jedoch besser.

Funktioniert RustDesk auf Mac und Linux?

Ja. RustDesk unterstützt sowohl macOS als auch diverse Linux-Distributionen sowie Windows, Android, iOS und das Web.

Kann RustDesk TeamViewer ersetzen?

Für privaten Fernsupport und viele kleinere Unternehmen kann RustDesk durchaus eine Alternative sein. Größere Firmen benötigen eventuell die Pro-Variante.

Kann man ein iPhone mit RustDesk fernsteuern?

Nein. Ein iPhone oder iPad kann zum Steuern anderer Geräte genutzt werden, das iOS-Gerät selbst lässt sich über RustDesk jedoch nicht fernsteuern.

Martin Jørgensen

Ich erstelle Software-Inhalte und Windows-Anleitungen für DeutscheDownloads.de – mit Fokus auf aktuelle Empfehlungen und leicht verständliche Erklärungen. Mein Ziel ist es, die passende Software schnell und sicher zu finden.

Bewertung des Testers sowie Vor- und Nachteile und Nutzerbewertung

RustDesk kombiniert einfache Fernsteuerung mit Open Source und der Option eines eigenen Servers. Die Benutzeroberfläche könnte etwas ausgereifter sein, und Self-Hosting erfordert technisches Know-how, doch als kostenlose TeamViewer-Alternative ist das Programm wirklich stark.


Vorteile:

✅ Kostenlos und Open Source
✅ Unter Windows ohne Installation nutzbar
✅ Unterstützt Dateiübertragung, Audio und mehrere Monitore
✅ Option für einen eigenen RustDesk-Server
✅ Verfügbar für nahezu alle großen Plattformen
✅ Dauerhafter und temporärer Fernzugriff

Nachteile:

❌ Self-Hosting ist für viele Privatnutzer zu technisch
❌ Die Benutzeroberfläche ist nicht ganz so poliert wie bei TeamViewer
❌ macOS erfordert mehrere Systemberechtigungen
❌ Ein iPhone oder iPad lässt sich nicht fernsteuern
❌ Einige Übersetzungen wirken stellenweise noch etwas holprig


Betriebssysteme: Windows, macOS, Linux, Android, iOS und Web
Lizenz: Kostenlos und Open Source; eine kostenpflichtige Server-Pro-Version ist ebenfalls verfügbar

Bewertung der Nutzer