Klassischer WWII-Flugsimulator mit großen Luftschlachten
Wings of Prey ist eine actionreiche Flugsimulation von Gaijin Entertainment, in der du einige der bekanntesten Luftschlachten des Zweiten Weltkriegs aus dem Cockpit von Jägern, Bombern und Schlachtflugzeugen erlebst.
Es ist kein neues Spiel – und das merkt man an Menüs, Tempo und der etwas betagten Präsentation. In unserem Test unter Windows 11 hatte es dennoch seinen Reiz, über Stalingrad, Berlin und die Luftschlacht um England abzuheben, während der Propeller im Headset brummt. Wings of Prey trifft das klassische Gefühl eines PC-Flugspiels aus einer Zeit, in der Spiele gern etwas anspruchsvoller, langsamer und ein wenig nerdiger sein durften.
Digital erhältlich ist es weiterhin als Wings of Prey: Special Edition, die sowohl das Hauptspiel als auch die Erweiterung Wings of Luftwaffe enthält. Bei GOG wird es zudem als DRM-frei hervorgehoben – ideal, wenn du Launcher und Online-Aktivierungen vermeiden möchtest.
Luftkämpfe über Europa

Wings of Prey spielt an sechs Kriegsschauplätzen: Luftschlacht um England, Stalingrad, die Ardennen, Berlin, Sizilien und Korsun. Das sorgt für spürbare Abwechslung, weil sich die Missionen nicht wie derselbe Himmel mit neuen Zielmarkern anfühlen.
Einige Missionen drehen sich um klassische Dogfights gegen feindliche Jäger, andere schicken dich auf Angriffe gegen Bodenziele, zum Begleitschutz von Bombern oder in gewaltige Luftgefechte mit vielen Maschinen gleichzeitig. Genau hier liegt die Stärke von Wings of Prey bis heute: Wenn der Himmel von Leuchtspur, Motorengeheul und Trümmern erfüllt ist, wirkt das deutlich dramatischer als in vielen anderen älteren Flugsimulationen.
Über 40 Flugzeugmodelle sind dabei – darunter Klassiker wie Spitfire, Mustang und Messerschmitt. Es ist keine ultraschwere Hardcore-Simulation, aber auch kein reines Arcade-Spiel. Wings of Prey positioniert sich dazwischen, sodass sowohl Einsteiger als auch geduldigere Flugfans auf ihre Kosten kommen.
Schwierigkeitsgrad: von Arcade bis realistisch
Eine der größten Stärken von Wings of Prey ist die flexible Anpassung der Schwierigkeit. Du kannst mit einer eher arcadelastigen Steuerung spielen, bei der sich das Flugzeug leichter kontrollieren lässt, oder die Realismusregler hochdrehen und die Erfahrung deutlich anspruchsvoller machen.
Wir haben zunächst mit Maus und Tastatur getestet – das funktioniert, ist aber nicht die befriedigendste Art zu spielen. Mit Controller oder Joystick fühlen sich die Maschinen wesentlich natürlicher an. Unterstützt werden außerdem klassische Sim-Zusätze wie TrackIR und verschiedene Joystick-Setups, was viel über die ursprüngliche Zielgruppe von Wings of Prey verrät.
Die alte Benutzeroberfläche ist allerdings nicht immer besonders elegant – man spürt, dass das Spiel aus einer anderen PC-Ära stammt. Dafür ist das eigentliche Flugmodell solide, und gerade die großen Luftschlachten haben ein Gewicht, das den Wiederspielwert ausmacht.
Grafik und Atmosphäre besser als erwartet

Wings of Prey erreicht nicht das Niveau moderner Flugsimulationen, doch Landschaften, Wetter und weitläufige Schlachtfelder erzeugen immer noch eine beeindruckende Atmosphäre. Tief über Felder, Städte und kriegsgezeichnete Gebiete zu fliegen, während Explosionen und Flak die Horizonte füllen, hat seinen Reiz.
Auch der Sound trägt viel zur Immersion bei: Motoren, MGs und die Funkatmosphäre in den Missionen sorgen für Intensität. Die Musik stammt von Jeremy Soule und verleiht dem Spiel einen filmischen Anstrich, den man einer älteren Flugsimulation nicht unbedingt zutraut.
Wichtig: Multiplayer wird nicht mehr unterstützt
Das größte Manko: In der Steam-Version wird der Multiplayer nicht mehr unterstützt. Deshalb sollte Wings of Prey heute in erster Linie als Singleplayer-Spiel betrachtet werden. Wer für Kampagne, Flugzeuge und historische Missionen kommt, wird damit gut leben können – wichtig ist nur, es vor dem Download zu wissen.
Als Singleplayer-Erlebnis funktioniert Wings of Prey weiterhin sehr gut – vor allem, wenn du dich für den Zweiten Weltkrieg, Fluggeschichte und Spiele interessierst, in denen nicht nur schnelle Reflexe zählen, sondern auch Positionierung, Höhe, Geschwindigkeit und Geduld.
Top 5 Tipps zu Wings of Prey
1Nutze Controller oder Joystick
Maus und Tastatur funktionieren, aber Wings of Prey spielt sich mit Controller oder Joystick deutlich besser – vor allem für saubere Kurven, stabile Höhe und präzises Zielen in langen Luftkämpfen.
2Starte nicht zu realistisch
Es ist verlockend, den Realismus sofort hochzudrehen. Beginne lieber mittel. So lernst du Missionen, Fluggeschwindigkeiten und Waffenreichweiten, ohne ständig abgeschossen zu werden.
3Behalte Höhe und Geschwindigkeit im Blick
Nur direkt hinterherzufliegen reicht nicht. Verlierst du zu viel Höhe oder Tempo, wirst du leichte Beute. Greife möglichst von oben an und löse dich rechtzeitig, bevor du in eine schlechte Position gerätst.
4Spiel es wegen der Kampagne
Multiplayer ist heute kein Kaufargument mehr. Wings of Prey funktioniert am besten als historisches Singleplayer-Flugerlebnis mit Missionen aus bekannten Schlachten des Zweiten Weltkriegs.
5Wähle eine offizielle Ausgabe
Nutze Steam oder GOG statt zufälliger Download-Seiten. Digital verfügbar ist weiterhin die offizielle Special Edition mit Hauptspiel und der Erweiterung Wings of Luftwaffe.
Eine Flugsimulation für geduldige WWII-Fans
Wings of Prey ist nicht die modernste Flugsimulation, hat aber eine besondere Stärke: das Gefühl großer, historischer Luftschlachten. Es ist ein Spiel für alle, die Spitfire, Mustang oder Messerschmitt durch dramatische Missionen fliegen möchten, ohne hunderte Stunden in eine Hardcore-Simulation investieren zu müssen.
Das größte Problem sind die fehlende Multiplayer-Unterstützung und die etwas gealterte Benutzeroberfläche. Dafür macht der Singleplayer weiterhin Spaß, und die Special Edition bietet ein stimmiges Paket aus Hauptspiel und Erweiterung. Für Spielerinnen und Spieler in Deutschland, die ein klassisches PC-Flugspiel mit dem Zweiten Weltkrieg als Rahmen suchen, ist Wings of Prey weiterhin einen Blick wert.



